So funktioniert das Rücknahmesystem bei Südglas
Es wird den einen oder anderen überraschen, aber: Mehrweg ist bei Weinflaschen kein neues Thema. Schon in den 1970er Jahren wurden erste Systeme für die Wiederverwendung von Glasflaschen aufgebaut – Jahrzehnte, bevor Nachhaltigkeit zum festen Bestandteil vieler Produktionsprozesse und Markenstrategien wurde. Was damals aus praktischen und wirtschaftlichen Gründen entstand, gewinnt heute aus ökologischer Sicht erneut an Bedeutung.
Bei Südglas übernehmen wir für unsere Winzer den gesamten Ablauf. Wir holen die gebrauchten Flaschen ab, reinigen sie und liefern sie in Mehrwegkisten zurück. Für den Winzer bleibt davon im Alltag wenig Aufwand übrig, der ökologische Effekt dagegen ist deutlich messbar. In diesem Beitrag erzählen wir Ihnen, welche Vorteile Mehrweg für Ihren Betrieb mitbringen kann.
Die Flasche: 1L Schlegel in grün
Für unser Mehrwegsystem setzen wir auf die 1,0 Ltr Schlegel MCA grün Mehrweg. Sie ist mit einem kurzen Schraubverschluss versehen, der sich beim Reinigen einfach abdrehen lässt. Die Flasche bleibt dabei unbeschädigt und kann anschließend problemlos neu befüllt werden.

Nicht jede Flaschenform eignet sich für den Mehrwegkreislauf. Bei Flaschen mit BVS-Mündung bleibt der untere Teil des Verschlusses nach dem Öffnen an der Flasche hängen und muss bei der Reinigung mechanisch entfernt werden. Dabei wird die Flasche leicht beschädigt, was die Anzahl möglicher Reinigungszyklen verringert. Wer auf ein langlebiges, wirklich nachhaltiges Mehrwegsystem abzielt, sollte die Weinflasche deshalb mit dem Blick auf Haltbarkeit auswählen.
Der Ablauf: Abholung, Reinigung, Rücklieferung
Das Schöne ist: Wein im Mehrwegsystem zu verkaufen, verursacht nur wenig zusätzlichen Aufwand für Produzenten, denn wir kümmern uns um die gesamte Logistik. Der Kreislauf besteht bei Südglas aus drei Schritten. Zu Beginn jedes Mehrwegzyklus sammeln wir die geleerten Flaschen beim Winzer ein. Anschließend reinigen wir sie und prüfen sie auf eventuelle Beschädigungen. Danach liefern wir die Flaschen in Mehrwegkisten zurück, bereit für die nächste Abfüllung.
Für den Winzer entsteht dadurch kaum organisatorische Mehrarbeit. Er muss weder eine eigene Reinigungsanlage vorhalten noch sich mit Logistik oder Lagerung der Flaschen beschäftigen. Die 1L Schlegel MCA grün lässt sich auf diese Weise über viele Abfüllzyklen hinweg einsetzen, bevor eine Flasche aus dem System ausscheidet.
Die Bilanz: Was zeigen die Zahlen?
Wie stark sich Mehrweg ökologisch auszahlt, hat der Weincampus Neustadt 2024 in einer Untersuchung zum CO₂-Fußabdruck von Einweg- und Mehrwegflaschen ermittelt. Das Ergebnis: Während der CO₂-Ausstoß pro Flasche bei Einweg über alle Umläufe hinweg konstant bleibt, sinkt er bei Mehrweg mit jedem weiteren Zyklus. Nach 5 Umläufen liegt die Einsparung bereits bei 16 Prozent, nach 10 Umläufen bei 26 Prozent und nach 40 Umläufen bei 33 Prozent gegenüber der Einwegflasche.
Der Effekt entsteht, weil die energieintensive Glasherstellung nur einmal anfällt, während die Flasche danach wiederholt genutzt wird. Reinigung, Transport und Logistik verursachen zwar ebenfalls Emissionen, liegen aber deutlich unter dem Aufwand für die Produktion einer neuen Flasche.
Das Image: Was denken Kunden?
Viele Weintrinker sind Traditionalisten – findet bei ihnen wohl auch eine Mehrweg-Weinflasche Anklang? Fragt man Verbraucher nach ihrer Haltung zu diesem Thema, ergibt sich ein sehr klares Meinungsbild: 88% finden die Idee der Mehrweg-Weinflasche gut oder sehr gut, weniger als 5% lehnen sie ab. Sogar ein eventuelles Pfand tut dem Wohlwollen keinen Abbruch. Immer noch 75% der deutschen Weinkonsumenten sind bereit, das Flaschenpfand auch bei Wein zu bezahlen.
Der Mehrwegkasten kommt ebenfalls gut weg: rund 70% fänden so eine Kiste für den Weinkauf und -transport sinnvoll, am liebsten als 6er-Kasten
Wichtiges für Winzer
Der Einstieg ins Mehrwegsystem ist recht unkompliziert. Die Etikettierung sollte sich beim Reinigungsprozess jedoch rückstandsfrei entfernen lassen, damit die Flasche für die nächste Befüllung makellos bereitstehen kann. Hier sind Nassleimetiketten gegenüber Selbstklebeetiketten zu bevorzugen. Auch die Wahl der passenden Flaschenform spielt eine Rolle, wie das Beispiel der BVS-Mündung zeigt.
Ein praktischer Vorteil: Für Mehrwegflaschen fällt keine Entsorgungsgebühr an. Zusätzlich gewinnt das Thema durch die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR an Rückenwind, die Mehrwegsysteme künftig stärker fördern soll.
Mehrweg im Praxiseinsatz mit Südglas
Wie sich das System im Weinbaubetrieb einfügt, zeigt sich bei unserem Kunden Oberrotweiler Winzerverein EG. Dort ist die Rücknahme der Flaschen längst Teil des laufenden Betriebs, ohne dass sie den Arbeitsalltag merklich verändert.

Das Südglas-Fazit
Mehrweg für Weinflaschen ist kein neues Konzept – aber eines, das heute wieder an Relevanz gewinnt. Mit der grünen 1L Schlegel haben wir eine perfekt passende Flasche für dieses System im Sortiment. Abholung, Reinigung und Rücklieferung übernehmen wir für Winzer, so dass der organisatorische Teil überschaubar bleibt. Die CO₂-Einsparung wächst sogar über die Anzahl der Umläufe, und die Akzeptanz bei Kunden für das Konzept ist sehr hoch.
Möchten Sie wissen, ob Mehrweg-Weinflaschen auch für Ihren Betrieb geeignet wären? Wir beraten Sie gern und unverbindlich zu Ihren Möglichkeiten. Kontaktieren Sie uns unter info@suedglas.de oder +49 7667 91940.































